Die Uhr zeigte 17.00 Uhr und die Kälte begann in die Knochen zu kriechen. Unsere Kanoniere hatten die Gewehre und ihre Kanone geladen – der erste Schuss fiel – Heidi wir kommen!!!

Bekannte Gesichter unter den Zuschauern: Dr Rote Karle isch en Rente und duad d´ Rothaussturm genießa.

Doch so einfach gab sich unsere neue Ortsvorsteherin “Heidi Matzik” nicht geschlagen. Zusammen mit ihrem Amtsgefährten “Härtsfeld Hubbe” warf sie gefährliche mit Luft gefüllte “Bomben” aus dem Fenster im 1. Stock,

was ihr aber auf Dauer nichts nützte, da unsere Kanoniere mit schweren Waffen rasch das Rathaus gestürmt hatten.

Richter “Hartmut dem Schrecklichen vom Heulaberg”, war besagte Dame wohlbekannt, da er schon in jungen Jahren mit ihr die Schulbank gedrückt hatte. So fiel es ihm nicht schwer ihr Folgendes zu Last zu legen.

Zom erschta Mol, des isch bekannt,schtodt a Frau vor ons em Büßerg‘wandvor iber 40 Johr hät niemand zu saga gewagt, dass’se heit vom Narragericht wird angeklagt.I, d’r oberschte Narrarichter, woiß worüber i redI kenn se genau, dia Frau, die vor ons steht. Mit 16, 17 send mir boide, ganz brav ond unbefangaend gleicha Schual, sogar end gleicha Klass neiganga nach höhere Ideale hot se stets gestrebtI hät fir sia mei Hand en‘s Feier g‘legtAn a‘ständiga Beruf hot se g’kett, sie isch ja net dommdoch plötzlich got‘s Gerücht en Kocha romD‘r Rote Karle, der hert auf, will net en dem Ämtle sterba ond Matziks Heidi duad sich dafir als Ortsvorsteher bewerba Sorry, des hoißt ja Orstvorsteherin, da weiblichDoch des Ereignis zoigt doch oins ganz deitlich Wia onderschiedlich, wia grausam des Schicksal spiela kaI, d’r Richter a grondehrlicher, bescheidenar MaSia, a Frau, ama Irrweg folgend nur an sich gedachtIhre Seele geblendet vom Glanz der MachtEiskalt geplant, gnadenlos ond furztroggaIsch sie jetzt d’r Chef en OnderkochaObwohl i war Dei SchulkameradErwart von mir heit keine Gnad Henn ihr mol driber nochgedachtWer hier em Rothaus hot friar g‘schafft ?A Gabi Funk, Onderkochas treue PerleSaß als oinziga Frau onder lauder KerleDo gab’s an Maier, Mahringer, Perzi ond no an Meierwia sagte Oli Kahn, Menner mit Herz ond en d’r Hose dicke Eier Dia Zeita send pasee, vergessa, vorbeiEm Rothaus herrscht jetzt VielweibereiRechts a Frau, lenks a Frau, vorna ond henda, es isch wurscht,bei dem Anblick empfindescht nur noch FruschtMim Härtsfeld Hubbe, obwohl‘er selber heit isch dranMuasch allergröschtes Mitleid han Vor zwoi Johr do hot’er a Perrick ond a Kloid genommaOm als Frau verkloidet onsrer Gerichtsbarkeit zu entkommaDo hot’r no g’lacht ond g‘moint er kennt ons verarschaJetzt muaß’er täglich dia viele Fraua ertraga.So schnell kann‘s ganga, des Leba isch hartMa wois nia, was ma am nächschta Tag zu erwarta hat. Em Nachhinein, wenn man’s richtig betrachtet Hot d’r Maiers Karl auf d’Publicity geachtetBeim Neijahrsempfang warat Minischter geladaAm kalta Biffe konntasch dein Maga vollschlageD’Zeitong, die hot ganz groß driber g’schriebaDo isch Kocha in aller Munde geblieba Was mecht oser Orstvorsteherin aus deam EventDie ladet Gäscht ei, die kaum oiner kenntDo erwähnt koi oinziga Zeidong dean Empfang,s’wird no behauptat, d‘NZU sei fianziell klammbloß weil sia spara will ond elles duad streicha,deant sich d’Leit d’s Maul verreissa. D’Steiffbära em Rothaus, Symbol von onserm Vereinhot se rausgschmissa, des isch doch wirklich saumäßig gemein.Stattdessa luschtwandelt sie zamma mit ihrem MaDer allerdings dofir gar nix ka, mit OB Rentschler ond Gattin den Kocher entlang, was se g’schwätzt hen, niemals en d‘Öffentlichkeit drang, I ben aber sicher, do isch a Komplott em GangeSie isch ja viel en Ola zugange Do hot’se em Bürgerspital zom schaffa begonnaNo hot se d’r Rentschler zur Seite g’nommaOnd ihr dann g’sagt, jetzt bewirbschte als Ortsvorsteher en Kocha2 Johr hosch Zeit, dann wird folgende Entscheidung getroffa Onderkocha, des Wort wird aus dem Atlas verbannt,stattdessen wird onser Ort Ola 2“ genannt.Dia Sabotasch ka ma klar erkennaMan braucht bloß ds’Weinsfest mol zu nenna Do war a Luftballonaktion em ProgrammDoch als m’r d’r erschte Luftballon nahmFüllte der sich net mit Gas, wie geplant,dia Flasch war leer, dia dort stand. Koi Gas, wie soll do irgendebbas fliaga Dia den net amol Gewissensbisse kriagaals Kochas Kender blasat en dia Luftballons Om feschtzustella, mit Luft fliaget dia halt net davon Mir henn ja scho seit vielen JahrenViele Ladaschließungen zu ertragen Es schliaßt oi Lada noch em andraBrauchsch Wurscht ond Floisch kasch no zom Weber ganga Hosch’d Bedarf an Gommibärla oder KlopapierGibt’s nur noch einen Norma hier Willsch Käs ond Obscht, muasch am Freitag morgaDes Zeigs aufem Kochener Wochamarkt besorga Wochamarkt, des isch net so, wia sich‘s mancher denktDes send halt auf 10 Meter Länge maximal 2 – 3 Stend. Frisör, des hemmer emmer saga kenna,send viele en Kochas City drenna Jetzt hot oi Frisör en Kocha g’schlossaKoiner woiß warom er dia Entscheidong hot troffa I sag eich, d’Leit verlassat des sinkende SchiffKochas Schiff läuft bald auf a firchterlichs Riff Fir dia Sabotasch ond den Verrat, des woiß i g’wiesKommt d’Heidi nonder ens tiefschte Verlies

Ebenso erging es dem Härtsfeld Hubbe

Au wenn m‘r Mitleid hen mim Härtsfeld HubbeEr g’kehrt nomol zu derra Truppe Hätt d’r sich zammagrissa, no kennt d’r jetzt enra Kneipe sitzaOnd breicht net vorrem ehrwirdiga Narrarichter schwitza Nix hoter g’lernt aus vergangenen TagenEr hot sich wieder brocht om Kopf ond Kragen A Nichtdeitsche, so wurde mir berichtetWard auf em Rothaus Klo, hot ihr G’schäftle dort verrichtet.Des Scheißhaus, d’r Schwob wählt fürs Klo dia Ausdrucksformentsprach net d’r vorgeschriebana DIN 120 Sauberkeits-Norm Des war net des oinzige Problem, des er g’kett hot mit der FrauDia wollt was saga, doch er verstand des net genauKacki, Stinki, Mensch, besser ka mas doch net beschreibaAber em Hubbe duad dia Beschreibung Schwierigkeita bereida Des Geschpräch ging a lange Zeit so hin und herDoch bei Kacki ond Stinki, do tat er sich schwerZom Glick gibt’s a Sproch, dia jeder begreiftDie isch International ond au ausgereift Wia dia Frau des erklärt hot, des zoig i jetzt eich guggat auf mi ond mei Fenger, ond konzentrierad eichWas i d’rzu sag, isch nur als Untertitel gedachtDamit’s au jeder hier blickt ond wirklich rafft I setz mi schnell auf d’Schissel na – weil is halt nemma heba ka Jetzt han i Zeit und guck so na – no liegt was langes, braunes daI beig mi vor, damit i’s besser sieh – des liegt schreg onda visavieno riach i’s, nieder sink i , – ja pfui Deifel, Kacki ! Stinki ! No fiels ehm wia Schubba von de Auga, er hot’s begriffaT’s Klo vom Rothaus war halt voll geschissaMein Gott, was willsch mit so oim, der nix verstottDrom wird’s Zeit, dass d’r Härtsfeld Hubbe in d’r Kerker got

Zur Unterstützung spielte der Fanfarenzug – dann verteidigt sich Heidi hervorragend und brachte “Hartmut den Schrecklichen” für einen Augenblick zum Verstummen und Schmunzeln – denn auch sie konnte sehr Interessantes aus den gemeinsamen Schuljahren berichten.

Zunftmeister “Bastian Schenk” sowie Richter “Hartmut der Schreckliche”, ließen sich nicht erweichen – sie verbannten Heidi und ihr Rathausteam in den Kerker und luden alle Anwesenden ins Rathaus, zu Speis und Trank, ein.

Die Angeklagten, d’Matziks Heidi und der Härtsfeld Hubbe werden zu folgender Strafe verdonnert: Durch blede Omständ, ma hots ja g‘lesa Isch des Johr bei ons koi Omzug g’wesa Des hoißt fir ons, koi Leit, koi KneteNägscht Johr koi Prunksitzung oder dreißger Fete Dr’mit onser Geldbeitel wird wieder prallSend ihr boide jetzt am Ball Die Renaturierung onsres Kochers isch vollbrachtJetzt hem mir scho end Zukunft dacht Do gibt’s, weil’s Wasser sauber ischAbertausende von Fisch Des Recht zom angla isch no freiDes kriagat mir, d’r Narraverei No kennat m’r des Angelrecht vermietaOnd dend an haufa Geld verdiena Au Angelruda muass m’r vermietaMa sott de Leit doch elles bieta Natirlich hen mir g‘streßte NarraKoi Zeit om do fescht mitzuschaffa Wer Zeit hot, des isch ons völlig klarDes send dia boide, des Rothauspaar Des hoißt, ihr kassiert täglich für os des GeldOnd mir send glicklich ond finanziell gut gestellt So isch des Urteil heit ond hier gesprochaVom Hartmut, dem Schrecklichen, oberster Richter en Onderkocha. Das Narrengericht hat nun gesprocha,für euch ihr Leut von Onderkocha.Das Urteil wird sofort vollstrecktdamit sich koinr von dene versteckt. Laßt uns nun fröhlich Fastnacht feiernzusamma lacha und fröhlich sein.So sei es nun, si isch´s nun gesprochevon de Bärafanger von Onderkocha.Laßt unsre Schlachtruf nun erschallavom Rathaus sollad se wiederhalla

Hier wurde noch lange gefeiert und auf die Freundschaft mit der Aalener Fastnachtszunft angestoßen.

Bärafanger, Bärafanger, hoi, hoi, hoi! Meck, Meck ahoi!

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